Bruchstückhafte Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens    (Claus Kiss)
 

Montag, 5. November 2018

Wenn Engel gehen...

Diesmal ist mein Post etwas Off-Topic. Trotzdem mag ich meine Gedanken und Gefühle hier mit euch teilen. 

Eine Schulkollegin, eine Freundin, ein Engel auf Erden ist zu früh von uns gegangen. Das ist für mich unfassbar. Doch will ich diesen Raum hier nicht dafür nutzen, um zu versuchen das Unfassbare zu begreifen, sondern um auf alles das zu schauen, was wir fassen können. Und daher mag ich gerne ein Bild von Karin zeichnen, wie sie für mich und für vermutlich viele von denen, die sie kannten, war. Und mich mit allen, die sie kannten, gemeinsam an sie erinnern.

Karin war besonders. In jeder Hinsicht. Mein erster Kontakt mit ihr war in der Schule im Alter von 15. Damals nannte sie sich "Benji McChocolate". Sie hatte immer ein Lachen im Gesicht. Und wenn sie einmal traurig war, konnte man sehen, dass dies nur vorübergehend war und Karin das auch selber genau wusste. Schon frühzeitig trieb sie Handel mit Waren aller Art. Verkaufen war ihre Leidenschaft. Ich kann mich noch gut an meine erste Uhr aus Holz erinnern, die ich bei Karin erstanden habe.

Leider haben sich unsere Wege nach der Schule getrennt und wir sind erst vor wenigen Jahren wieder - zu meinem Glück - übereinander gestolpert. Karin hat sich mittlerweile ihren Lebenstraum erfüllt und ein eigenes Geschäft eröffnet. Es war klein und fein - typisch Karin. Chaotisch und liebevoll. 

Erst bei unserem Wiedersehen hatte ich die Reife, Karin in ihrer vollen Wunderbarkeit zu erkennen. Menschen, die mehr als ein paar Worte mit ihr gewechselt haben, wissen wovon ich spreche. Für alle da draußen, die dieses Glück nicht hatten, mag ich gerne versuchen, euch davon zu erzählen. 

Wenn dein Zusammentreffen mit Karin auch nur ein wenig mehr war, als ein flüchtiges Hallo, dann ist es unweigerlich passiert. Karin war in deinem Herzen. Kann sein, dass du es vielleicht nicht gleich bemerkt hast. Kann sein, dass sie da noch immer schlummert, und du sie erst bemerkst, wenn du dafür bereit bist. Aber sie ist drin. Das ist so sicher wie der Sonnenaufgang. Ja, Sonnenaufgang: Das wäre auch eine von vielen schönen Metaphern, eine Begegnung mit Karin zu beschreiben. 

Wenn du sie in deinem Herzen spüren kannst, dann bist du einer von den Glücklichen. Wenn ich an Karin denke, ist es mir unmöglich, kein freudiges Lächeln im Gesicht zu haben - auch, wenn sich im Moment die Tränen der Trauer dazu gesellen. Ihre unbändige Lebensfreude, ihre kindliche Begeisterung für die Welt war so unglaublich ansteckend, dass sie ihre Spuren hinterließ. Karin war und ist ein Vorbild für mich, durch welche Augen ich die Welt auch noch sehen kann und wie wir sie alle zu einem besseren Ort für uns machen können.

Ich werde die Erinnerung an Karin, ihr Sein und ihre Sicht auf die Welt, am Leben erhalten und weitertragen. Und so werden es auch viele der Menschen, die das Glück hatten sie zu kennen, tun - egal ob bewusst oder unbewusst. Denn wie schon gesagt, Karn ist und bleibt in unseren Herzen.

Solltest du Karin gekannt haben, bist du herzlich dazu eingeladen, hier auch dein Bild von ihr zu zeichnen. Und falls nicht, dann wünsche ich dir, auch eine Karin in deinem Leben zu haben. Und wenn es sie schon gibt, dann teile deine Dankbarkeit und Wertschätzung für sie mit uns, wenn du magst.

Karin's Sohn Sebastian hat einen wundervollen Beitrag auf Facebook gepostet. Er hat mir erlaubt, hier darauf zu verlinken. Facebook-Post von Sebastian

Sonntag, 23. September 2018

Die Normalen-Anstalt?

Was ist denn eine Normalen-Anstalt?

Das Wort "Normalen-Anstalt" hat mein Sohn erfunden. Ich hab's überprüft, Google kennt das Wort noch nicht. 

Wir haben uns kürzlich gemeinsam mit Freunden darüber unterhalten, dass eventuell die Behandlung (=Normalisierung) von "Verrückten" ein Fehler ist, denn wer weiß, vermutlich verlieren wir dadurch viel Außergewöhnlichkeit und Vielfalt. Und bei dieser Unterhaltung haben wir auch über "Irren-Anstalten" gesprochen. Das hat mein Sohn dann zum Anlass genommen um zu fragen, warum es eigentlich keine "Normalen-Anstalten" gibt?

Die Gedanken zu dem Thema in unserem Gespräch hab leider ich nicht selbst geboren, sondern stammen diese aus einem wundervollen Buch von Manfred Lütz: "Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde". Ich hab dieses Buch sehr kurzweilig und durchaus erhellend empfunden. 

Auf alle Fälle ist dann daraus der Gedanke entstanden, die Gründung einer Normalen-Anstalt zu überlegen. Diese sollte den Hauptzweck verfolgen, Normale wieder ein wenig mehr verrückt werden zu lassen. Als ich diese noch sehr unausgegorene Idee meinem Freund und Mentor Max präsentierte, war dieser leider nicht wirklich begeistert. Er hat meine Idee mit dem durchaus wertvollen Einwand: "Normale, das sind ja genau die Menschen, die nicht verrückt sein wollen!" kritisiert und meinte noch: "Jedoch mit Zwangseinweisung könnte es funktionieren".

Da wir wohl keine Ärzte finden werden, die Menschen, die unter ihrer Normalität leiden, bzw. deren Umfeld unter deren Normalität leidet in unsere Normalen-Anstalt zwangseinweisen würden, scheint die Idee nun nicht mehr ganz so einfach zu verwirklichen zu sein.

Nichtsdestotrotz habe ich mir vorgenommen, zumindest der Idee als Gedankenexperiment eine Chance zu geben. Und somit hat es das Thema in diesen Beitrag geschafft. 

Als erstes wäre wohl zu überlegen woran erkennt man denn einen Normalen? Auch müsste man sich auch vor der Therapie fragen, besteht den überhaupt ein Krankheitsbild? D.h. leidet die Person oder das Umfeld der Person unter dieser Normalität? Wie sieht das Leidensmuster aus?

Weiters wäre sicher noch spannend, ob es verschiedene Ausprägungen der Normalität gibt? Wenn ja brauchen wir dann so etwas wie einen ICD-10 Katalog (welcher in der Fassung von 2017 727 Seiten beinhaltet) für die verschiedenen Ausprägungen von Normalität?

Was ist mit chronischen Normalen oder akuten Anfällen von Normalität?

Gibt es schon brauchbare Therapieansätze für die Normalen-Behandlung. Eine sehr brachiale Methode wäre vermutlich eine Therapie, die sich an "Asterix erobert Rom - 8. Aufgabe: Das Haus das Verrückte macht" anlehnt. Jedoch wäre dies wohl nur für die wirkliche Härtefälle ein Ansatz. Für Normale, die nur ein bisschen verrückt werden wollen bzw. sollen wäre wohl ein sanfterer Ansatz hilfreich. In Anlehnung an die Verhaltenstherapie eventuell mal ein paar Besuche am Spielplatz mit klettern, laufen und lachen, vielleicht auch mal ein Besuch auf einem Holi-Festival.

Man darf jedoch auch nicht außer Acht lassen, dass schon viele Normale mittels Selbstmedikation zumindest zeitweise in die Verrücktheit eintauchen. Leider sind jedoch die Nebenwirkung wie z.B. Fahruntüchtigkeit oder Kater am nächsten Morgen bis hin zur Abhängigkeit bei zu häufiger Anwendung oder gar Tod bei Überdosierung nicht zu vernachlässigen.

Viele dieser erst oberflächlich angerissenen Punkten weisen jedoch schon deutlich darauf hin, dass die strukturierte Betrachtung der Problemstellung der immer weiter um sich greifenden Normalität und den damit verbundenen Problemen immer wichtiger wird.

Somit seien Mitstreiter aufgefordert, der Normalität endgültig mit der notwendigen Konsequenz zu begegnen und diese für immer zu einem Randphänomen zu machen!

Sonntag, 2. September 2018

Frauen bezahlen mit Sex für Nähe,...
Männer mit Nähe für Sex?


Ich habe vor ewigen Zeiten die Aussage "Frauen bezahlen mit Sex für Nähe, Männer bezahlen mit Nähe für Sex." aufgeschnappt. Ich habe sie dann lange Zeit immer wieder postuliert. Nun denke ich erneut darüber nach und stelle mir Fragen, welche mir früher nicht in den Sinn gekommen sind.

Es gibt sicherlich viele verschiedene Haltungen zu dieser Aussage. Da kann einem z.B.  "Ja, das stimmt" oder auch "Da ist keine Liebe im Spiel" in den Sinn kommen. Und vieles mehr. Ich denke, es ist vor allem eine Chance, sich über die eigene Haltung zu dem Thema Gedanken zu machen. 

Es gab Zeiten, da hielt ich diesen Spruch für absolut wahr. Aus heutiger Sicht muss ich mir eingestehen, dass er für mich wahr gewesen ist, und das so heute nicht mehr zutrifft. Mit der Sicht, die diese Aussage kategorisch ablehnt, kann ich aber auch wenig anfangen. Denn in jeder Beziehung bestimmt nicht nur ausschließlich die Liebe das Beziehungsleben. Es ist auch immer ein Anteil von Vereinbarung und Kompromissen vorhanden, ja sogar notwendig.

Die Frage, die sich mir heute dazu stellt, ist: Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Nähe und Sex?  

Oberflächlich betrachtet, gibt es da einen großen Unterschied auf den ich gar nicht so genau eingehen mag, denn ich bin davon überzeugt, wir nehmen ihn alle wahr. Vor allem wenn es um Nähe in nicht sexuellen Beziehungen wie Eltern-Kind Beziehungen geht, ist die Trennlinie noch klarer. Jedoch mag ich hier gerne über Beziehungen nachdenken, die sehr wohl auch sexuell ausgerichtet sind. Eventuell ist die Sachlage etwas uneindeutiger.

Aus der Geschichte und unserer Sozialisation etc. unterstellen wir meistens, dass das Bedürfnis nach Sex im Normalfall vom männlichen Part ausgeht und das Bedürfnis nach Nähe die weibliche Domäne ist. Ich bitte, hier ausdrücklich alle Menschen, die in anderen Beziehungsformen leben um Nachsicht. Ich mag hier gerne dieses einfache plakative Bild nutzen, um meine Gedanken so einfach wie möglich darzustellen.

Jedoch, was ist, wenn das Bedürfnis nach Sex nur das Bedürfnis nach Nähe wiederspiegelt? Was ist, wenn, auf das plakative Bild bezogen, der "Mann" nur nicht weiß, aufgrund seiner Sozialisierung etc., dass er ein Bedürfnis nach Nähe hat und auch nicht, wie dieses Bedürfnis gestillt werden kann?

Kann der moderne Mann lernen, wie ihn Nähe nähren kann und seine Bedürfnisse befriedigt? Was wird dann aus der Sexualität? Hat diese dann die Chance vom getrieben sein erlöst zu werden und etwas leichtes und freies zu werden. Etwas, dass man nicht braucht, sondern einfach lebt weil es Freude bereitet. 

Vielleicht irre ich mich ja auch mit meiner Vermutung, dass Sex in vielen Fällen nur ein Ersatz für Nähe ist?
Jedoch, aus eigener Erfahrung spüre ich, dass ein ausreichendes Maß an Nähe, gesehen werden und angenommen sein, den Drang nach Sex deutlich reduziert. Eine durchaus verwirrende Erfahrung für mich, mit all meiner Erziehung und Geschichte im Hintergrund. Jedoch auch ein spannendes Feld, in dem ich gerne neue Erfahrungen sammle.

Sonntag, 26. August 2018

Fröhlich oder glücklich, oder beides?

Über den Optimalzustand kann man ja wohl kaum zu streiten, beides natürlich, oder?!

Aber was ist das eigentlich genau? Wann bin ich fröhlich und wann bin ich glücklich? Ist da ein Unterschied? Wenn ja, welcher? Wonach soll ich streben? 

Da sich immer mehr Menschen in der heutigen Zeit mit der eigenen Persönlichkeit beschäftigen, oder zumindest mit Themen, die sich um das Thema Glück bewegen, ist es eine vermeintlich einfache Antwort. Natürlich ist es das Glück, welches eng mit Zufriedenheit gekoppelt ist, welches wir anstreben sollten. 

Leider ist dieses Glück, welches nicht den Lotto Sechser meint, schwer zu erreichen, Der Lotto Sechser natürlich auch. Wir kennen nur zu gut die Glücksmomente, die nur von kurzer Dauer sind. Wo wir uns eins fühlen, ganz verbunden mit Allem, wo Nichts, aber auch gar Nichts, stört. Und wenn diese kurzen Momente vorbei sind, dann bleibt eine Erinnerung und auch diese verblasst bald.

Und was macht mich fröhlich? Tanzen, springen, hüpfen wie ein Kind. Spiele spielen, die Spaß machen. Einen lustigen Film ansehen. Dies sind Momente und Tätigkeiten, die ich mir mit ein bisschen Übung relativ einfach kreieren kann.

Und was genau, ist da jetzt der Unterschied? Für mich habe ich herausgefunden, dass sich glücklich sein mehr von innen nach außen anfühlt und fröhlich sein eher von außen nach innen. Jedoch hab ich bemerkt, dass das Eine zum anderen führen kann, wenn ich es zulasse. Vor allem wenn ich nicht nur das Außen wahrnehme, sondern auch nach innen fühle. Und das ist doch eine gute Nachricht, wenn es doch um einiges leichter ist, fröhlich zu sein.

Ich habe außerdem noch für mich festgestellt, dass, obwohl wir nach dauerhaftem Glück streben, dieses in der Praxis nicht machbar ist. Und zwar, weil wir es nicht aushalten würden, und falls doch, würden wir im Alltagsleben nicht wirklich bestehen. Wer sich an seine intensivsten Glücksmomente erinnert, wird feststellen, dass man währendessen für den normalen Alltag eher unbrauchbar ist. Einfach sein ist da angesagt. Das hätte auf längere Sicht keine angenehmen Auswirkunen auf das "normale" Leben.

Auch mit dem fröhlich sein, wäre es ähnlich. Als Extrembeispiel sei hier nur ein Lachanfall gebracht, welcher ja schon die ultimative Fröhlichkeit darstellt. Lang ist so etwas körperlich nicht gut auszuhalten. 

Außerdem könnte man noch darüber sinnieren, dass anhaltendes Glück und Fröhlichkeit dazu führt, dass die jeweiligen Gegenteile verblassen und somit die Referenz für das Glück und die Fröhlichkeit immer mehr verloren geht. Und wie könnte man dann nach einiger Zeit überhaupt wissen, ob man wirklich glücklich und fröhlich ist?

Ja, man könnte auch als Referenz die "anderen" her nehmen und somit einen Anhaltspunkt haben. Jedoch auch hier bin ich skeptisch, denn ich fürchte jemand der sich unentwegt glücklich und fröhlich in unserer Gesellschaft bewegt, wird entweder zum Guru ernannt oder landet in einer geschlossenen Anstalt, oder beides. Auch nicht für jeden wünschenswert.

Ich für mich verfolge diese Rezept: Ich genieße die Glücksmomente und versuche sie nicht festzuhalten. Und, ich versuche mir täglich Momente zu erschaffen, in denen ich fröhlich sein kann.

Die richtige Dosis wirkt Wunder!


Sonntag, 19. August 2018

Filterblasen?

Was genau sind diese Filterblasen eigentlich und warum befinden wir uns in solchen und warum ist das schlecht? Ist es überhaupt schlecht?

Für alle, die mit diesem neuen Wort Filterblase noch nicht in Kontakt gekommen sind, eine kurze Erklärung. Filterblase meint, dass wir durch die automatischen Filtermechanismen in den Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram etc. und auch sonst beim Surfen immer mehr nur diese Inhalte präsentiert bekommen, die  uns gefallen bzw. für die wir uns interessieren. Das bedeutet, wir bekommen immer weniger eine eventuell gegenläufige Meinung anderer mit und werden in unserem eigenen Denken immer mehr bestärkt, auch wenn diese sogar kritikwürdig wäre. 

Das Phänomen der Filterblase ist recht jung, meint man, und ist erst mit den Socialen Medien und dem Internet entstanden.

Mag sein. Doch ich denke, Filterblasen gibt es schon immer, sie haben nur ihre Form verändert. Wenn wir ganz zurück in unsere Vergangenheit schauen, dann waren die üblichen Filterblasen die Sippe, das Dorf oder ein Tal. Meinungen und Informationen von "draußen" gab es nicht. Auch große (Glaubens)gemeinschaften schaffen ihrer eigenen Filterblasen. Und wir hier in Österreich kennen die weit verbreiteten Filterblasen Vereine auch nur zu gut.

Und diese Filterblasen, vor allem in der Vergangenheit, hatten auch durchaus ihre negativen Auswirkungen. Ich behaupte sogar, die Filterblasen waren so restriktiv und eng, dass das "Außerhalb" sogar mit Gewalt bekämpft wurde. 

Also, was ist an den heutigen Social Media Filterblasen anders? 

Ich denke, die meisten von uns sind in deutlich mehr als einer Filterblase aktiv, da diese heute thematisch eher speziell sind. Als Beispiel sei hier die "Entzückende Katzen - Filterblase", die "Games of Throne - Filterblase" und die "5-Minuten-Gerichte - Filterblase" genannt. Es gibt sicher viele Menschen, die in allen diesen oder ähnlichen Filterblasen gleichzeitig aktiv sind.

Außerdem haben diese Filterblasen mehr Teilnehmer und sind regional weitläufiger. Das liegt natürlich an der Technik und den heute gegeben Möglichkeiten. Somit sind sie zwangsläufig vielfältiger.

Sie sind meist auch viel kurzlebiger, da es so viele Möglichkeiten gibt, neues zu entdecken, dass uns nur sehr wenig Filterblasen langfristig fesseln. Das führt längerfristig auch zu einer breiteren Meinungsbildung

Natürlich ist es wichtig, sich des Einflusses von Filterblasen bewusst zu sein und die eigenen Ansichten immer wieder zu hinterfragen bzw. auch hinterfragen zu lassen, jedoch finde ich eine Hysterie diesbezüglich als gänzlich unangebracht. 

Ja, Filterblasen engen unseren Horizont etwas ein. Gleichzeitig bringen sie uns mit vielen Menschen enger in Kontakt, als wir es sonst wären. Und weil jeder Mensch in vielen Teilbereichen seines Seins unterschiedlich lebt und denkt, kommen wir so auch unvermeidlich mit unterschiedlichen Ansichten und Meinungen in Kontakt.

Ich bin davon überzeugt, dass offene neugierige Menschen durch das Filterblasen - Phänomen nicht negativ beeinträchtigt werden. Menschen für die "anders" allein schon bedrohlich ist, haben immer schon ihrer eigenen Filterblasen gesucht oder kreiert.

Also neugierig und offen bleiben und fröhlich durch die Filterblasen surfen!


Sonntag, 12. August 2018

Fragemente - Ein Auftakt

Es musste einmal ein Anfang gemacht werden, und so sitze ich hier uns schreibe meinen ersten Blog-Eintrag. Nicht, dass das jemals mein Lebenstraum gewesen wäre oder irgendein von mir gesetztes Ziel. Ich schreibe hier über die Fragen, die mich so beschäftigen und meine Erkenntnisse und Lehren daraus, weil ich kein Buch schreiben kann.

Der Blog nennt sich gerade deshalb Fragemente, weil es zum einen um die wichtigen (zumindest aus meiner bescheidenen Sicht) Fragen des Lebens geht und weil es auch nur Fragmente sind, die ich hier mit euch teilen kann. Das liegt nicht unwesentlich an meiner Persönlichkeitsstruktur, welche lang andauernde Projekte wie z. B. ein Buch eher schwierig bis unmöglich macht.

Damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt, hier nun ein paar Fragmente zu mir. 

Ich bin 1971 als vermeintliches Einzelkind geboren. Später stellte sich heraus, dass mir 4 Geschwister nachfolgen wollten, es aber nicht geschafft haben. Somit bin ich wohl doch kein Einzelkind (naja, irgendwie halt). Schule und Berufslaufbahn waren bis zu meiner ersten - und hoffentlich einzigen - Scheidung unspektakulär.

Danach wurde es etwas turbulenter und spannender. Einige Selbsterfahrungsseminare, eine Hochzeit  und einen Herzinfarkt später, bin ich nun hier angelangt und versuche mich an einem Blog. 

Was erwartet euch und mich nun hier in der nächsten Zeit?
Also, so ganz genau kann ich das jetzt auch noch nicht sagen. Jedoch geht es mir darum, so manche Fragen oder Erkenntnisse für mich, durch das Niederschreiben hier, zu manifestieren. Als positiver Nebeneffekt wäre wünschenswert, dass ihr euch in einigen dieser Fragen wiederfindet und es für euch in irgendeiner Art und Weise hilfreich ist.

Ich würde mir auch noch wünschen, sowohl Zustimmung als auch Kritik zu ernten. Nur so bleiben wir vielleicht von der vielseits gefürchteten Filterblase verschont. Wobei ich bei der Kritik darum bitten möchte, diese einigermassen höflich zu formulieren.

Fürs Erste muss das genügen. 

Ich bin schon ganz gespannt, welcher Frage als nächstes auftauchen wird.

Claus