Bruchstückhafte Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens    (Claus Kiss)
 

Sonntag, 26. August 2018

Fröhlich oder glücklich, oder beides?

Über den Optimalzustand kann man ja wohl kaum zu streiten, beides natürlich, oder?!

Aber was ist das eigentlich genau? Wann bin ich fröhlich und wann bin ich glücklich? Ist da ein Unterschied? Wenn ja, welcher? Wonach soll ich streben? 

Da sich immer mehr Menschen in der heutigen Zeit mit der eigenen Persönlichkeit beschäftigen, oder zumindest mit Themen, die sich um das Thema Glück bewegen, ist es eine vermeintlich einfache Antwort. Natürlich ist es das Glück, welches eng mit Zufriedenheit gekoppelt ist, welches wir anstreben sollten. 

Leider ist dieses Glück, welches nicht den Lotto Sechser meint, schwer zu erreichen, Der Lotto Sechser natürlich auch. Wir kennen nur zu gut die Glücksmomente, die nur von kurzer Dauer sind. Wo wir uns eins fühlen, ganz verbunden mit Allem, wo Nichts, aber auch gar Nichts, stört. Und wenn diese kurzen Momente vorbei sind, dann bleibt eine Erinnerung und auch diese verblasst bald.

Und was macht mich fröhlich? Tanzen, springen, hüpfen wie ein Kind. Spiele spielen, die Spaß machen. Einen lustigen Film ansehen. Dies sind Momente und Tätigkeiten, die ich mir mit ein bisschen Übung relativ einfach kreieren kann.

Und was genau, ist da jetzt der Unterschied? Für mich habe ich herausgefunden, dass sich glücklich sein mehr von innen nach außen anfühlt und fröhlich sein eher von außen nach innen. Jedoch hab ich bemerkt, dass das Eine zum anderen führen kann, wenn ich es zulasse. Vor allem wenn ich nicht nur das Außen wahrnehme, sondern auch nach innen fühle. Und das ist doch eine gute Nachricht, wenn es doch um einiges leichter ist, fröhlich zu sein.

Ich habe außerdem noch für mich festgestellt, dass, obwohl wir nach dauerhaftem Glück streben, dieses in der Praxis nicht machbar ist. Und zwar, weil wir es nicht aushalten würden, und falls doch, würden wir im Alltagsleben nicht wirklich bestehen. Wer sich an seine intensivsten Glücksmomente erinnert, wird feststellen, dass man währendessen für den normalen Alltag eher unbrauchbar ist. Einfach sein ist da angesagt. Das hätte auf längere Sicht keine angenehmen Auswirkunen auf das "normale" Leben.

Auch mit dem fröhlich sein, wäre es ähnlich. Als Extrembeispiel sei hier nur ein Lachanfall gebracht, welcher ja schon die ultimative Fröhlichkeit darstellt. Lang ist so etwas körperlich nicht gut auszuhalten. 

Außerdem könnte man noch darüber sinnieren, dass anhaltendes Glück und Fröhlichkeit dazu führt, dass die jeweiligen Gegenteile verblassen und somit die Referenz für das Glück und die Fröhlichkeit immer mehr verloren geht. Und wie könnte man dann nach einiger Zeit überhaupt wissen, ob man wirklich glücklich und fröhlich ist?

Ja, man könnte auch als Referenz die "anderen" her nehmen und somit einen Anhaltspunkt haben. Jedoch auch hier bin ich skeptisch, denn ich fürchte jemand der sich unentwegt glücklich und fröhlich in unserer Gesellschaft bewegt, wird entweder zum Guru ernannt oder landet in einer geschlossenen Anstalt, oder beides. Auch nicht für jeden wünschenswert.

Ich für mich verfolge diese Rezept: Ich genieße die Glücksmomente und versuche sie nicht festzuhalten. Und, ich versuche mir täglich Momente zu erschaffen, in denen ich fröhlich sein kann.

Die richtige Dosis wirkt Wunder!


Sonntag, 19. August 2018

Filterblasen?

Was genau sind diese Filterblasen eigentlich und warum befinden wir uns in solchen und warum ist das schlecht? Ist es überhaupt schlecht?

Für alle, die mit diesem neuen Wort Filterblase noch nicht in Kontakt gekommen sind, eine kurze Erklärung. Filterblase meint, dass wir durch die automatischen Filtermechanismen in den Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram etc. und auch sonst beim Surfen immer mehr nur diese Inhalte präsentiert bekommen, die  uns gefallen bzw. für die wir uns interessieren. Das bedeutet, wir bekommen immer weniger eine eventuell gegenläufige Meinung anderer mit und werden in unserem eigenen Denken immer mehr bestärkt, auch wenn diese sogar kritikwürdig wäre. 

Das Phänomen der Filterblase ist recht jung, meint man, und ist erst mit den Socialen Medien und dem Internet entstanden.

Mag sein. Doch ich denke, Filterblasen gibt es schon immer, sie haben nur ihre Form verändert. Wenn wir ganz zurück in unsere Vergangenheit schauen, dann waren die üblichen Filterblasen die Sippe, das Dorf oder ein Tal. Meinungen und Informationen von "draußen" gab es nicht. Auch große (Glaubens)gemeinschaften schaffen ihrer eigenen Filterblasen. Und wir hier in Österreich kennen die weit verbreiteten Filterblasen Vereine auch nur zu gut.

Und diese Filterblasen, vor allem in der Vergangenheit, hatten auch durchaus ihre negativen Auswirkungen. Ich behaupte sogar, die Filterblasen waren so restriktiv und eng, dass das "Außerhalb" sogar mit Gewalt bekämpft wurde. 

Also, was ist an den heutigen Social Media Filterblasen anders? 

Ich denke, die meisten von uns sind in deutlich mehr als einer Filterblase aktiv, da diese heute thematisch eher speziell sind. Als Beispiel sei hier die "Entzückende Katzen - Filterblase", die "Games of Throne - Filterblase" und die "5-Minuten-Gerichte - Filterblase" genannt. Es gibt sicher viele Menschen, die in allen diesen oder ähnlichen Filterblasen gleichzeitig aktiv sind.

Außerdem haben diese Filterblasen mehr Teilnehmer und sind regional weitläufiger. Das liegt natürlich an der Technik und den heute gegeben Möglichkeiten. Somit sind sie zwangsläufig vielfältiger.

Sie sind meist auch viel kurzlebiger, da es so viele Möglichkeiten gibt, neues zu entdecken, dass uns nur sehr wenig Filterblasen langfristig fesseln. Das führt längerfristig auch zu einer breiteren Meinungsbildung

Natürlich ist es wichtig, sich des Einflusses von Filterblasen bewusst zu sein und die eigenen Ansichten immer wieder zu hinterfragen bzw. auch hinterfragen zu lassen, jedoch finde ich eine Hysterie diesbezüglich als gänzlich unangebracht. 

Ja, Filterblasen engen unseren Horizont etwas ein. Gleichzeitig bringen sie uns mit vielen Menschen enger in Kontakt, als wir es sonst wären. Und weil jeder Mensch in vielen Teilbereichen seines Seins unterschiedlich lebt und denkt, kommen wir so auch unvermeidlich mit unterschiedlichen Ansichten und Meinungen in Kontakt.

Ich bin davon überzeugt, dass offene neugierige Menschen durch das Filterblasen - Phänomen nicht negativ beeinträchtigt werden. Menschen für die "anders" allein schon bedrohlich ist, haben immer schon ihrer eigenen Filterblasen gesucht oder kreiert.

Also neugierig und offen bleiben und fröhlich durch die Filterblasen surfen!


Sonntag, 12. August 2018

Fragemente - Ein Auftakt

Es musste einmal ein Anfang gemacht werden, und so sitze ich hier uns schreibe meinen ersten Blog-Eintrag. Nicht, dass das jemals mein Lebenstraum gewesen wäre oder irgendein von mir gesetztes Ziel. Ich schreibe hier über die Fragen, die mich so beschäftigen und meine Erkenntnisse und Lehren daraus, weil ich kein Buch schreiben kann.

Der Blog nennt sich gerade deshalb Fragemente, weil es zum einen um die wichtigen (zumindest aus meiner bescheidenen Sicht) Fragen des Lebens geht und weil es auch nur Fragmente sind, die ich hier mit euch teilen kann. Das liegt nicht unwesentlich an meiner Persönlichkeitsstruktur, welche lang andauernde Projekte wie z. B. ein Buch eher schwierig bis unmöglich macht.

Damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt, hier nun ein paar Fragmente zu mir. 

Ich bin 1971 als vermeintliches Einzelkind geboren. Später stellte sich heraus, dass mir 4 Geschwister nachfolgen wollten, es aber nicht geschafft haben. Somit bin ich wohl doch kein Einzelkind (naja, irgendwie halt). Schule und Berufslaufbahn waren bis zu meiner ersten - und hoffentlich einzigen - Scheidung unspektakulär.

Danach wurde es etwas turbulenter und spannender. Einige Selbsterfahrungsseminare, eine Hochzeit  und einen Herzinfarkt später, bin ich nun hier angelangt und versuche mich an einem Blog. 

Was erwartet euch und mich nun hier in der nächsten Zeit?
Also, so ganz genau kann ich das jetzt auch noch nicht sagen. Jedoch geht es mir darum, so manche Fragen oder Erkenntnisse für mich, durch das Niederschreiben hier, zu manifestieren. Als positiver Nebeneffekt wäre wünschenswert, dass ihr euch in einigen dieser Fragen wiederfindet und es für euch in irgendeiner Art und Weise hilfreich ist.

Ich würde mir auch noch wünschen, sowohl Zustimmung als auch Kritik zu ernten. Nur so bleiben wir vielleicht von der vielseits gefürchteten Filterblase verschont. Wobei ich bei der Kritik darum bitten möchte, diese einigermassen höflich zu formulieren.

Fürs Erste muss das genügen. 

Ich bin schon ganz gespannt, welcher Frage als nächstes auftauchen wird.

Claus